Wozu?
Wer beim Surfen im Internet möglichst wenig Spuren hinterlassen möchte, kann seine Identät mit Hilfe eines VPN-Dienstes verschleiern. Dabei machen die Daten einen Umweg zu einem Server von dem aus die Daten schließlich zur Zieladresse gesendet werden, sodass nicht festgestellt werden kann, woher die Abfrage tatsächlich kommt.
Manche VPN-Dienste bieten auch einen Schutz vor Tracking sowie Werbeblocker an.
Neben den Vorteilen, die VPN bietet, stehen dem folgende Nachteile gegenüber:
- Es fallen über ein Abonnement monatliche Kosten an.
- VPN geht mit Geschwindigkeitseinbußen einher.
- Manche Internetseiten funktionieren nur eingeschränkt oder gar nicht bei Verwendung von VPN.
- Man hat zusätzliche Software, die zu installieren und entsprechend regelmäßig zu aktualisieren ist.
- Auf mobilen Geräten läuft die VPN-App im Hintergrund mit zusätzlichem Stromverbrauch.
Es gibt inzwischen eine Vielzahl verschiedenster VPN-Dienste am Markt. Ich habe vier davon ausprobiert und möchte hier über meine Erfahrungen berichten.
Vergleiche im Internet
Es kursieren im Internet die verschiedensten Protale mit VPN-Vergleichen. Je nachdem, wo man schaut, gibt es immer einen Testsieger – und die sind oftmals unterschiedlich. Mal ist CyberGhost der Sieger, mal ist es Nord VPN, mal Proton VPN und mal Surfshark. Das alleine zeigt bereits, dass man auf solche Vergleiche nicht viel geben kann. Ich möchte daher hier berichten, wie ich die verschiedenen Dienste wahrgenommen habe.
- Bei vpn-experte.com ist CyberGhost an der Spitze.
- Bei softwarelab.org ist es NordVPN. CyberGhost ist hier nicht dabei.
- Bei chip.de ist es auch NordVPN. CyberGhost ist auf Platz 4.
- Bei vergleich.org ist es ExpressVPN.
Vier Dienste ausprobiert
Nord VPN
Nord VPN ist einer der bekanntesten Dienste. Es ist nicht der günstigste Dienst, jedoch ein sehr robuster und zuverlässiger Dienst, mit dem ich bisher keine Probleme hatte, auf Internetseiten zuzugreifen. Zudem ist die Geschwindigkeit absolut in Ordnung.
Ich habe NordVPN als ersten Dienst überhaupt genutzt und dann die 30-Tage-Geldzurück-Garantie in Anspruch genommen, weil ich statt dem Plus-Abnonnement (mit Werbeblocker und Passwortmanager) lieber das Standard-Abonnement wählen wollte. Die Kündigung verlief ohne Probleme – mein Geld bekam ich zurück.
Dann habe andere Dienste ausprobiert und bin schließlich wieder bei NordVPN gelandet. In Sachen Zuverlässigkeit und Performance ist es den anderen Diensten, die ich ausprobiert habe, überlegen.
NordVPN ist in Panama ansässig.
SurfShark
SurfShark ist einer der günstigsten Dienste. Es gibt keine Beschränkungen, was die Anzahl der Clients betrifft. Man kann also unendlich viele Clients nutzen. Das Unternehmen hat seinen Sitz in den Niederlanden. SurfShark verfügt über einen Werbeblocker, der gut funktioniert.
Der große Nachteil von SurfShark ist, dass einige Internetseiten bei Nutzung des VPN’s entweder nicht aufrufbar oder fehlerhaft in der Darstellung waren; selbst bei Seiten, bei denen man es nicht erwarten würde, wie z.B. Thalia.de, Onleihe, Discovery-Channel, etc. Auch die Onlinebanking-App über das Smartphone hat bei aktivem VPN teilweise nicht funktioniert. Immer wieder musste ich den VPN-Dienst pausieren, um auf bestimmte Dienste und Seiten zugreifen zu können.
Auch kam es vor, dass ich auf Streaming-Dienste nicht zugreifen konnte, weil der Dienst sagte, ich müssen in Deutschland sein, um den Dienst nutzen zu können – dabei war ich mit einem deutschen VPN-Server verbunden.
Nach ca. drei Wochen Nutzung habe ich mich schließlcih dazu entschlossen, von der 30-Tage-Geldzurück-Garantie Gebrauch zu machen und Surfshark vorzeitig zu kündigen.
Proton VPN
Proton VPN ist in der Schweiz ansässig und gilt als besonders sicher und seriös. Zudem ist der Dienst einer der teureren. Bei mir hat Proton VPN überhaupt nicht funktioniert. Nach der Installation der App auf meinem Mac ging gar nichts. Ich habe meinen Mac neu gestartet und es erneut ausprobiert – nichts, sobald Proton VPN aktiv war, konnte ich keine Internetseiten aufrufen. Beim Chat mit dem Support wurde mir empfohlen, das Protokoll zu wechseln, was auch nichts gebracht hat. Schließlich gab mir der Support den Tipp, ich solle meine Netzwerkeinstellungen auf meinem Mac komplett zurücksetzen und neu einrichten – das war dann schließlich das AUS für weitere Experimente. Wenn ein Dienst schon zu Beginn solche Probleme bereitet, möchte ich ihn nicht weiter verwenden. Auch hier habe ich die 30-Tage-Geldzurück-Garantie in Anspruch genommen.
CyberGhost
CyberGhost kann man für einen Tag ausprobieren, ohne, dass man ein Abonnement abschließen muss. Ich habe CyberGhost nur kurz ausprobiert. Mir hat die Bedienung und Oberfläche nicht zugesagt. Ich habe mich da nicht so intuitiv zurechtgefunden wie bei den anderen Diensten. Daher habe ich es kaum ausprobiert und wieder deinstalliert. Zudem gefällt mir nicht, dass der Dienst in Rumänien ansässig ist, einem Land mit hoher Korruption sowie einem schlechten Ruf, wenn es um Internetkriminalität und andere Delikte geht. Das ist jetzt sehr subjektiv – aber darum geht es hier auch – es geht, um meine persönlichen Erfahrungen und meine persönliche Sichtweise.
Sonderangebote und Rabatte
Alle Dienste werben mit satten Rabatten. Ich halte das für Augenwischerei – da es diese Rabatte ständig gibt, also nicht nur für wenige Tage, sondern immer. Zudem sollte man zunächst mal suchen, ob es ggf. noch günstigere Rabatte gibt. Über diverse Internetseiten werden manchmal noch bessere Rabatte angeboten.
Achtung bei automatischer Verlängerung des Abonnements
Man sollte darauf achten, dass sich das Abonnement nicht automatisch verlängert – falls das der Fall sein sollte, dann kündigt man einfach frühzeitig, sodass zum Ende der Laufzeit (im Allgemeinen 12-24 Monate) keine automatische Verlängerung erfolgt. Denn eine Verlängerung des Abonnements ist teuer, da dann nicht mehr die rabattierten Preise gelten, sondern die „Normalpreise“. Ich bin mir sicher, man bekommt bei einer erneuten Beauftragung des Abonnements wieder Rabatte. Kein VPN-Dienst möchte Kunden verlieren.
Mehrwertsteuer
Bei den Preisangaben muss man schauen, ob darin die Mehrwertsteuer für Deutschland bereits enthalten ist. So kommt z.B. bei NordVPN die Mehrwertsteuer noch oben drauf, wenn man an die Kasse geht und bezahlt (PayPal, VISA, etc.).
Zusätzliche Gratismonate
Zu den Rabatten zählt auch, dass man häufig noch zusätliche, kostenlose Monate angeboten bekommt, wodurch sich der monatliche Grundpreis für ein 24-Monate-Abonnement entsprechend reduziert.
Geld-zurück-Garantie
Alle Dienste, die ich hier nenne, bieten eine Geld-zurück-Garantie; in aller Regel sind das 30 Tage, bei CyberGhost sind es sogar 45 Tage. Man kann die Dienste also ganz entspannt ausprobieren, und wenn es einem nicht zusagt, nimmt man diese Geld-zurück-Garantie in Anspruch, was auch wirklich gut funktioniert.
Fazit
Mein persönlicher Favorit ist eindeutig NordVPN. Die Bedienung ist einfach und intuitiv. Es funktioniert auf Anhieb ohne Probleme. Man merkt gar nicht, dass man einen VPN-Dienst aktiv am Laufen hat – alle Internetseiten sind normal aufrufbar – ohne nennenswerte Geschwindigkeitseinbußen. Surfshark ist deutlich günstiger und hat mehr Funktionen und ist für beliebig viele Clients nutzbar – dafür ist es nicht so leistungsstark wie NordVPN.