In meinem Wohngebiet in Hattersheim steht der Glasfaser-Ausbau der Deutschen Telekom an. Ich habe aktuell einen DSL-Anschluss der Telekom und bekomme als Mitarbeiter der Deutschen Bahn einen Rabatt von 15%.
Ich war bisher sehr zufrieden mit dem DSL der Telekom und habe mich daher dazu entschlossen, einen Glasfaser-Vertrag zu unterschreiben; der Vertrag wird erst umgestellt, wenn der Glasfaser-Anschluss bis in meine Wohnung gelegt und auch nutzbar ist – das soll lt. Planung ca. Mitte 2026 der Fall sein.
Die Glasfasertarife sind nicht teurer als vergleichbare DSL-Tarife.
In diesem Blogbeitrag berichte ich über meine Erfahrungen auf dem Weg der Umstellung von DSL zu Glasfaser. Der Beitrag wird je nach Fortschritt des Ausbaus fortgeschrieben und aktualisiert.
Update 27.08.2026: Die Fertigstellung des Glasfaserausbaus verzögert sich um knapp ein halbes Jahr – mehr dazu hier….
FTTH und FTTB
FTTH steht für „Fiber to the Home“ und heißt, dass der Glasfaseranschluss bis in die Wohnung gelegt wird. Ich wohne in einer Doppelhaushälfte einer Wohngemeinschaft von 10 Parteien je Haushälfte. D.h. es sind maximal 20 Wohnungen anzuschließen – je nachdem wieviele Eigentümer sich dazu entschieden haben, einen Glasfaservertrag bei der Telekom zu unterschreiben.
FTTB steht für „Fiber to the Building“. Die Glasfaser wird nur bis ins Gebäude geführt (z.B. den Keller). Die Verteilung innerhalb des Hauses erfolgt über konventionelle Kupferleitungen.
In meinem Falle handelt es sich um FTTH. Laut Informationen der Telekom wird das Glasfaserkabel in einem Umkreis von 3m des Wohnungseingangs zum Glasfaseranschluss (Dose) geführt.
Glasfaser versus Kupfer
Nichts ist schneller als das Licht – dementsprechend gilt, dass keine Datenübertragung schneller ist als über Glasfaser. Kupfer überträgt die Daten elektrisch, Glasfaser übertägt die Daten optisch.
Internet über Glasfaser ist schneller und im Allgemeinen auch zuverlässiger – wenn es denn bis zum Router des Endverbrauchers gelegt ist.
Glasfasertarife sind nicht unbedingt teurer als herkömmliche Tarife – so wie in meinem Fall bei der Telekom.
Der Ablauf bei der Telekom
Im zweiten Quartal 2025 wurde bekannt gegeben, dass meine Wohnung in einem Glasfaser-Ausbaugebiet liegt, dessen Ausbau in 2025/2026 vorgesehen ist.
Mit dem Anschluss meiner Wohnung ist bis Ende Juni 2026 zu rechnen. Der Termin verzögert sich auf den 10.12.2026.
Die Telekom informiert über das sogenannte „Glasfaser-Portal“ über die bisherigen und die zukünftigen Schritte von der Zustimmung des Gebäudeeigentümers bis zur Einrichtung des Routers.
Bisherige Termine:
- Zustimmung am 13.04.2025
Dem Glasfaser-Ausbau an der Immobilie wurde am 13.04.2025 zugestimmt. - Ausbaupartner vor Ort am 31.07.2025
Unser Ausbaupartner wurde am 31.07.2025 mit den Bauarbeiten zur Verlegung der Glasfaser-Kabel in Ihrer Region beauftragt. - Ausbau gestartet am 31.07.2025
Die erforderlichen Genehmigungen für den Ausbau liegen vor und es wurde am 31.07.2025 mit dem Ausbau in den umliegenden Straßenzügen begonnen. - Bestellung am 31.07.2025
Ihren Auftrag (Nr. XYZ) für einen Glasfaser-Anschluss haben wir am 31.07.2025 erhalten. - Vorbereitung – Wahl des Einbauorts der Glasfaserdose am 01.08.2025
Sie haben am 01.08.2025 gewählt, dass die Glasfaser-Dose dort installiert wird, wo das Kabel in Ihre Wohnung eintritt. - Glasfasergeräte Auswahl getroffen am 01.08.2025
Sie haben uns am 01.08.2025 mitgeteilt, dass Sie keine weiteren Geräte für die Einrichtung Ihres Glasfaser-Anschlusses benötigen.
Zukünftige Termine:
- Glasfaser am Grundstück – Beginn am 31.07.2025 / Abschluss steht aus
Am 31.07.2025 wurde unser Ausbaupartner vor Ort beauftragt mit dem Glasfaser-Ausbau in Ihrem Gebiet zu beginnen.
Die Verlegung der Glasfaser bis zum Grundstück erfolgt in der Regel durch Tiefbauarbeiten entlang der Straßen. - Besichtigungstermin
Wir vereinbaren mit der Person oder Firma, der die Immobilie gehört, einen Termin zur Besichtigung vor Ort.
Bei der Besichtigung werden die Arbeiten auf dem Grundstück sowie eventuelle bauliche Maßnahmen im Gebäude mit der Person oder Firma besprochen, der die Immobilie gehört. - Zuführung des Glasfaserkabels
Derzeit führt ein Leerrohr von der Trasse bis in Ihre Immobilie. Wir informieren die Person oder Firma der die Immobilie gehört sobald die Verlegung des Glasfaser-Kabels in Ihre Immobilie geplant ist.
Beim sogenannten Hausstich werden Leerrohre für die Glasfaser von der Grundstücksgrenze unterirdisch über das Grundstück und durch die Hauswand in das Gebäude geführt. Falls keine bestehenden Kabelwege in das Gebäude führen, wird hierbei ein kleines Loch in die Hauswand gebohrt und anschließend wieder fachgerecht gas- und wasserdicht verschlossen. - Anschluss am Netzverteiler
Die Glasfaser, die zu Ihrer Immobilie führt, wird am Netzverteiler mit dem überregionalen Netz verbunden.
Netzverteiler-Kästen (NVT) sind zentrale Punkte, an denen das Glasfaser-Hauptkabel auf das Verzweigungsnetz verteilt wird. In diesem Schritt werden die Glasfasern des Kabels vom Netzverteiler mit den Fasern der Leitung zu Ihrer Immobilie verschweißt und die Verbindung hergestellt. Dieser Prozess wird mit einem speziellen Gerät durchgeführt, das die Enden der Glasfasern exakt ausrichtet und mithilfe von Hitze dauerhaft miteinander verschweißt.
Für diesen Vorgang sind keine Vorbereitungen Ihrerseits nötig – die Arbeiten werden vollständig von unserem Fachpersonal am Netzverteiler ausgeführt. - Hausanschlusstermin
Wir vereinbaren mit der Person oder Firma, der die Immobilie gehört, einen Termin für den Anschluss der Immobilie.
Der Hausanschluss wird in der Regel im Keller, in einem Umkreis von bis zu 3 Metern an der Stelle angebracht, an der das Glasfaser-Kabel in das Haus eintritt. Dieser Anschluss ist die Verbindungsstelle zwischen dem Gebäude und unserem Glasfaser-Netz.
Wenn nicht vorher schon ein separater Termin für den Hausstich stattgefunden hat, werden auch die Glasfaser-Kabel unterirdisch von der Grundstücksgrenze bis ins Gebäude verlegt.
- Installationstermin
Wir melden uns, sobald Sie einen Termin zur Installation der Glasfaser-Dose wählen können.
Unser Ausbaupartner vor Ort verlegt die Glasfaser-Kabel vom Hausanschluss bis in jede Wohnung mit einer Tarifbestellung.
Je nachdem, was Sie gewählt haben, wird die Glasfaser-Dose hinter dem Wohnungseintritt oder an Ihrem Wunschort angebracht und freigeschaltet.
Erinnerung zur Vorbereitung:
Wenn Sie sich für die Installation Ihrer Dose an einem Wunschort entschieden haben, wird sie dort entsprechend von unserem Ausbaupartner angebracht. Hierfür muss der Leitungsweg zum Wunschort bereits zum Termin von Ihnen vorbereitet sein.
Nachträgliche Installation an Ihrem Wunschort:
Nach der Installation der Dose können Sie eine weitere Dose bestellen und ohne Vorbereitung an einem Wunschort in Ihren Räumen anbringen lassen.
Informationen zu diesem buchbaren Service senden wir Ihnen nach dem Installationstermin. - Einrichtung
Abschließend richten Sie Ihren Anschluss ein.
Wenn alle vorherigen Schritte abgeschlossen sind, erhalten Sie von uns eine E-Mail oder SMS mit dem Betreff „Einrichtung Ihres Glasfaser-Anschlusses“.
Klicken Sie dort auf den Einrichtungs-Link „Jetzt einrichten“, um unseren Einrichtungsassistenten zu starten. Dieser führt Sie Schritt für Schritt in nur wenigen Minuten durch die Einrichtung.
Hinweis:
Wenn Sie einen noch laufenden Vertrag bei einem anderen Anbieter haben, erhalten Sie den Einrichtungs-Link nach Ablauf des Vertrags.
Falls Sie ein bestimmtes Bereitstellungsdatum gewählt haben, erhalten Sie zu diesem den Einrichtungs-Link.
Weitere Serviceangebote für Sie:
Nach Abschluss der Installation können Sie mit unseren Glasfaser-Serviceprodukten das Beste aus Ihrem Glasfaser-Anschluss herausholen.
Wir bieten die Möglichkeit, eine zusätzliche Glasfaser-Dose an einem Ort Ihrer Wahl anzubringen, den Anschluss persönlich für Sie einzurichten oder Sie vor Ort bei der Einrichtung Ihres Heimnetzwerks zu beraten.
Verträge an der Haustür
Die Telekom beauftragt Firmen damit, potentielle Kunden eines Glasfaserschlusses zur Unterschrift eines Vertrages an der Haustüre zu bewegen. Dazu gibt es auch einen Bericht von der ARD, den ich hier verlinke. Die Methoden mit denen die beauftragte Firma in dem Bericht vorgeht, sind mehr als fragwürdig und sicher nicht im Sinne eines seriösen Unternehmens. Grundsätzlich sollte man keine Verträge an der Haustüre abschließen.
Liebe Telekom, bitte achtet darauf, welche Subunternehmer Ihr Euch ins Boot holt und kontrolliert, ob diese seriös arbeiten. Ein solches Geschäftsgebaren wie in dem Bericht der ARD, bei dem Kunden mit falschen Informationen geködert werden, ist nicht zu akzeptieren und wirft ein schlechtes Licht auf Euer Unternehmen.
Auch bei mir klingelte ein junger Mann, der mit Tablet und Ausweis der Telekom ausgerüstet war, um mich über den Glasfaserausbau zu informieren. Er war sehr freundlich und seriös und wollte mich nicht dazu animieren, direkt einen Vertrag zu unterschreiben. Zudem nannte er keine „temporären“ Preise (solche Preise, die nur für die ersten 2-6 Monate gelten), sondern stets die Preise, die man im Regelfall bezahlt. Ich bat ihn darum, mir das Angebot „Glasfaser 150“ an meine Mailadresse zu schicken, was er auch tat. Ich kann also nichts Schlechtes über den Mann sagen, der im Auftrag der Telekom unterwegs ist.

Ein paar Tipps von mir, worauf man achten sollte:
- Den Ausweis der Person prüfen.
- Prüfen, ob die Person Zugriff auf meine Vertragsdaten hat – das sollten sie auf jeden Fall, insofern man bei der Telekom bereits einen Vertrag hat.
- Keine Unterschrift leisten, keine Verträge abschließen.
- Wenn eine Person penetrant auftritt und Druck ausübt, sollte man den weiteren Kontakt abbrechen und den Vorfall der Telekom melden.
- Wenn Zusagen über einen bevorstehenden Glasfaserausbau gemacht werden, sollte man dies über die Verfügbarkeitsprüfung auf der Telekom Internetseite prüfen. Wenn kein Ausbau geplant ist, sollte man den weiteren Kontakt zu solchen Personen abbrechen und abwarten bis der Ausbau wirklich geplant ist.

- Wenn behauptet wird, dass es in letzter Zeit angeblich viele Beschwerden über die Internetqualität im Wohngebiet oder im Mehrfamilienhaus gegeben habe, sollte man das sehr kritisch sehen; insbesondere dann, wenn man selbst keine Probleme mit der Internetqualität festgestellt hat.
- Die Person möglichst nicht in die Wohnung oder ins Haus lassen, sondern das Gespräch an der Haustüre führen – auch wenn es unfreundlich erscheinen mag, aber man weiß nie, wen man in seine Wohnung lässt.
Die Frage ist auch: Was soll denn die Person in der Wohnung? Manchmal wird behauptet, sie müsse sich den Router anschauen, ob er für Glasfaser geeignet ist – das ist zunächst einmal völlig irrelevant. Das wird erst interessant, wenn der Anschluss in der Wohnung kurz bevorsteht – man hat also noch ausreichend Zeit, sich darum zu kümmern. Also auf keinen Fall einen Vertrag über ein von der Telekom zu beziehendes Gerät abschließen (egal ob Leih- oder Kaufgerät)!
Man sollte es mit dem Misstrauen aber auch nicht übertreiben. Jedoch gilt grundsätzlich bei Kontakt mit Vertretern an der Haustür eine gesunde Portion an Vorsicht walten zu lassen, ohne dabei unfreundlich oder gar ausfallend zu werden.
Vergleich der Tarife der Telekom – Stand 07/2025
Bei den folgenden Tarifen (ohne meinen DB Mitarbeiter-Rabatt) habe ich die temporär niedrigen Preise, die nur für die ersten drei Monate gelten entfernt, da das für den Verbraucher uninteressant ist. Es ist dabei zu beachten, dass ggf. ein einmaliger Bereitstellungspreis in Höhe von 69,95 € anfällt – bei Bestandskunden, die von DSL zu Glasfaser wechseln, fällt kein Bereitstellungspreis an.


Der 150er Glasfaser-Tarif ist 3 Euro günstiger als der 100er DSL-Tarif, obwohl mehr Leistung und eine Telefonieflat inkl. Mobilfunk enthalten sind. Der 300er Glasfaser-Tarif ist 5 Euro günstiger.
Insofern kann man aktuell nichts falsch machen, wenn man von DSL zu Glasfaser wechselt. Man bekommt mehr und bezahlt weniger.
Vertragslaufzeit
Wechselt man von DSL zu Glasfaser schließt man bei der Telekom im Allgemeinen einen Vertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten, mit einer Kündigungsfrist von 1 Monat ab. Nach Ablauf der 24 Monate wird der Vertrag auf unbestimmte Zeit verlängert und kann monatlich gekündigt werden.
Glasfaser ohne Konkurrenz?
Nein, das Glasfasernetz, das von der Telekom realisiert wird, steht – wie auch das DSL-Netz – auch anderen Telekommunikationsdienstleistern zur Verfügung (wie z.B. 1&1, O2, freenet), sodass man die freie Wahl hat. Die Preise der Konkurrenz sind etwas niedriger als bei der Telekom – bei vergleichbarer Leistung (dasselbe Netz, die selben Geschwindigkeiten, ebenfalls mit Telefonieflat). Da ich bei der Telekom 15% Rabatt bekomme, sind die Tarife der Telekom für mich günstiger als die der Konkurrenz.
Man sollte jedoch nicht nur auf den Preis schauen. Ich habe, was den Kundenservice anbelangt, bei der Telekom bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Die telefonische Erreichbarkeit sowie die Schnelligkeit und Zuverlässigkeit des Services der Konkurrenz kann ich nicht beurteilen; ich vermute jedoch, dass der Service nicht so gut ist, wie der der Deutschen Telekom. Ich finde, dass man für guten Kundenservice auch etwas mehr bezahlen kann (für die Leute, die keine Rabatte auf die Tarife bekommen).
Warum Glasfaser beauftragen wenn DSL gut läuft?
Ich bin mit meinem DSL-Anschluss der Telekom zufrieden. Mir reicht auch die Geschwindigkeit von 100 MB/s in Download und 40 MB/s im Upload – zudem ist die DSL-Verbindung stabil zu zuverlässig.
Warum dann der Wechsel?
Weil Glasfaser das Netz der Zukunft ist und ich den Anschluss bis in die Wohnung von der Telekom kostenlos gelegt bekomme, wenn ich zu Beginn bzw. während des Ausbaus einen Vertrag abschließe. Und mehr zahlen muss ich für den Glasfasertarif auch nicht.
Was gegen einen solchen Vertrag sprechen könnte, wenn man mit seinem DSL-Anschluss zufrieden ist:
- Bauliche Maßnahmen im Gebäude sowie in der Wohnung für die Verlegung des Glasfaserkabels.
- Ggf. ist ein neuer Router erforderlich, mindestens jedoch ein Glasfasermodem.
- Zudem kann es auch in Glasfasernetzen zu Störungen kommen. Wer weiß? Vielleicht werden bei der Verlegung des Kabels Fehler gemacht, und es kommt zu Störungen!?
Ich vertraue darauf, dass die Telekom das ordentlich macht. Und wenn es doch zu Verzögerungen und Problemen kommen sollte, steht immer noch die DSL-Leitung zur Verfügung. Wenn nämlich ein Telekommunikationsdienstleister eine Mindestverfügbarkeit nicht sicherstellen kann, hat man ein uneingeschränktes sofortiges Kündigungsrecht – davon hatte ich schon einmal bei Unity Media Gebrauch gemacht, und es hat ohne Probleme funktioniert, sodass ich relativ schnell zur Telekom wechseln konnte.
Die im Video gezeigten Charts der Marktanalyse können hier abgerufen werden.
Abschaltung des Kupfernetzes?
Die Migration von Kupfer zu Glasfaser ist eine Frage der Zeit – es wird auf jeden Fall kommen, doch wann es soweit ist, das ist bisher nicht bekannt. Als Zeithorizont für eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser und eine Abschaltung des Kupfernetzes steht das Jahr 2032 im Raum. Die Migration wird ein schleichender Prozess sein. Von daher kann man davon ausgehen, dass einem das Kupfernetz noch über einige Jahre erhalten bleibt und man sich nicht unter Druck setzen lassen sollte, einen Glasfaservertrag zu unterschreiben, wenn man selbst es nicht braucht.
Vernetzung innerhalb der Wohnung
Hat man zu Hause DSL, wird dies über die TAE-Dose gespeist. Man ist bereits eingerichtet, und der Router steht da, wo er sein soll.
Wechselt man auf Glasfaser, wird das Glasfaserkabel im 3m-Radius ab Wohnungseingang gelegt, was ggf. zur Folge hat, dass man den Router woanders aufbauen muss. Alternativ kann man das Glasfaserkabel auch woanders hinlegen lassen, muss dann jedoch den Leitungsweg selbst vorbereiten bzw. vorbereiten lassen.
Mein Router stand bisher im Wohnzimmer. Jetzt habe ich ihn in den Flur verlegt – innerhalb des besagten 3m-Radius. Am Router sind über zwei lange LAN-Kabel zwei Switches angeschlossen – ein Switch im Wohnzimmer (LAN-Anschluss für TV, AV-Receiver und Google TV) und der andere in der Abstellkammer (2x LAN-Anschluss für mein NAS sowie ein LAN-Kabel in mein Arbeitszimmer). Das DSL-Kabel für den Router musste ich von der TAE-Dose im Wohnzimmer über die Bodenleisten zum Router im Flur führen. Wenn der Glasfaseranschluss kommt, ist bereits alles soweit vorbreitet, dass ich nur noch das Glasfasermodem anschließen und mit der FritzBox verbinden muss.
Dadurch, dass mein Router nun im Flur, und damit im Zentrum meiner Wohnung steht, habe ich überall stabiles und schnelles WLAN, ohne, dass ein Repeater erforderlich ist.
Möchte man jedoch den Router weiterhin im Wohnzimmer stehen haben und diesen direkt mit dem Glasfaserkabel verbinden, kann man über eine dünne und flexible Glasfaserleitung nachdenken, die leicht zu verlegen ist. Hier sind spezielle Lösungen gefragt, da Glasfaserkabel nicht so stark geknickt und gebogen werden können wie herkömmliches Kupferkabel.

Glasfaserkabel ist nicht gleich Glasfaserkabel – manche sind steifer und dicker, andere flexibler und dünner. Für die Verlegung innerhalb der eigenen vier Wände ist letzteres zu bevorzugen.
Welche Geräte?
Ich habe eine FritzBox 7530AX, die nur einen DSL-Anschluss hat. Um die Box weiter verwenden zu können, brauche ich noch ein Glasfasermodem – in meinem Falle das Glasfasermodem 2 der Deutschen Telekom, das zw. 40-50 Euro kostet.

Das Glasfaserkabel geht direkt in das Glasfasermodem. Vom Glasfasermodem schließt man dann über ein herkömmliches LAN-Kabel die FritzBox an (an einem der LAN-Anschlüsse). Das funktioniert jedoch nur bei Routern, die mit Glasfaser kompatibel sind. In diesem Falle heißt Kompatibilität nicht, dass der Router mit einem Glasfaseranschluss versehen ist, sondern, dass er ein aus einem Glasfasermodem kommendes Signal verarbeiten kann, sodass darüber eine Internetverbindung hergestellt wird.

Dann gibt es natürlich noch Router, die über einen Glasfaseranschluss verfügen. Das hat den Vorteil, dass man dann nur 1 Gerät benötigt und auf ein zusätzliches Glasfasermodem verzichten kann.
Und es gibt sogar eine FritzBox, die sowohl über einen DSL-Anschluss als auch über einen Glasfaseranschluss verfügt.

Hat man eine große Wohnung oder ein Haus über mehrere Etagen, reicht in aller Regel ein einziger Router für die flächendeckende WLAN-Versorgung nicht aus. Dann empfiehlt sich ein Repeater.

AON, GPON, XGS-PON?
Es gibt verschiedene Techniken der Verteilung des Glasfasersignals, die in folgendem Video gut erklärt werden.
Bei der Telekom wird in erster Linie GPON verbaut – mit Geschwindigkeiten bis maximal 1,0 Gbit/s. Wenn Tarife mit Geschwindigkeiten über 1,0 Gbit/s wählbar sind, ist XGS-PON verbaut.
Kauft man eine FritzBox, die ausschließlich für Glasfaseranschlüsse bestimmt ist, sind zwei SFP-Module dabei, ein AON-Modul und ein GPON-Modul. Die FritzBoxen 5530 und 5590 können zudem mit einem XGS-PON-Modul bestückt werden, das jedoch separat gekauft werden muss. Die FritzBoxen 5690 und 5690 Pro hingegen können nicht mit XGS-PON bestückt werden.

Leihen oder kaufen?
Die Telekom bietet Leihgeräte an, die über einen monatlichen Grundpreis abgerechnet werden. Der Nachteil ist, dass einem das Gerät nicht gehört und man nach einer bestimmten Anzahl an Monaten mehr bezahlt als wenn man es neu kaufen würde.
Der Vorteil beim Leihen ist, dass die Telekom für das Gerät verantwortlich ist, und dass sie im Falle von Problemen Hilfe anbietet und im Falle von Defekten ein Gerät „kostenlos“ austauscht.
Ich bin eher der Typ, der es vorzieht, ein eigenes Gerät zu kaufen. Wer sich aber wenig mit der Technik eines Routers beschäftigen möchte, ist vielleicht mit einem Leihgerät besser beraten, da die Telekom hierzu auch Hilfe anbietet.
WLAN oder LAN?
WLAN ist praktisch aber nicht immer optimal. Eine Verbindung über ein LAN-Kabel ist immer schneller und stabiler als WLAN sein kann. Daher sollte man Geräte, die immer am selben Ort stehen (TV, Receiver,Repeater,etc.), idealerweise über ein LAN-Kabel anschließen.

Wenn die LAN-Anschlüsse der FritzBox nicht ausreichen, weil man mehr Geräte als Anschlüsse hat, kann man sich mit einem LAN-Switch behelfen.

Zieht man ein LAN-Kabel vom Router durch die Wohnung in einen anderen Raum, sollte man ein hochwertiges LAN-Kabel der Kategorie Cat 6/a oder 7 kaufen – idealerweise ein Flachbandkabel, das man gut unterhalb von Sockelleisten verlegen kann; zudem kann man ein 5mm breites doppelseitiges (hochwertiges wie z.B. 3M) Klebeband kaufen, um das Kabel damit zu fixieren.
Erfahrungen Deutsche Glasfaser
Die Deutsche Glasfaser ist sehr aktiv, was die Glasfaser-Versorgung von Wohngebieten anbelangt, bei denen die Deutsche Telekom in absehbarer Zeit nicht tätig sein wird – das ist oftmals der ländliche Raum.
Meine Mutter wohnt in einem Dorf mit ca. 3.500 Einwohnern. Die Deutsche Glasfaser hat hier Glasfaser verlegt. Obwohl meine Mutter kein Internet benötigt, haben wir uns dazu entschlossen, dass ihr Haus an das Glasfasernetz angeschlossen wird – denn das Internet über die Kupferleitung war bei meiner Mutter unterirdisch langsam und so nicht nutzbar. Für den Werterhalt des Hauses hielten wir es daher für sinnvoll. Meine Mutter benötigt nur Telefon.
- Januar 2020 – Bürgerinformationsveranstaltung und Nachfragebündelung. Mind. 40% der Haushalte müssen einem Glasfaserausbau zustimmen, damit der Ausbau kommt.
- September 2021 – Glasfaser-Internet steht zur Verfügung.
Insgesamt waren unsere Erfahrungen positiv:
- Gute Kommunikation
- Ordentliche Arbeit – das Kabel wurde unterhalb des Vorgartens verlegt – ohne, dass der Garten aufgegegraben werden musste.
Das Kabel wurde direkt ins Esszimmer gelegt – so wie wir es besprochen haben. Man sieht von außen am Haus nichts. - Bei Problemen war die Hotline gut erreichbar und konnte auch helfen.
- Die Deutsche Glasfaser hat den bisherigen Festnetzanschluss meiner Mutter so lange bezahlt bis die Restlaufzeit des Vertrages abgelaufen war.
Ich kann bisher nichts schlechtes über die Deutsche Glasfaser sagen. Es gab jedoch seit dem Anschluss im September 2021 hin und wieder Störungen. Dazu habe ich jedoch kein Buch geführt, kann also nichts darüber sagen, wie häufig und gravierend die Störungen waren.
Wir hatten eigentlich kaum eine Alternative zum Glasfaseranschluss. Denn die Deutsche Telekom bot keinen analogen Telefonanschluss ohne Internet mehr an, und der „Festnetzanschluss“ von Vodafone war eigentlich eine LTE-Lösung, die sehr störanfällig und problematisch war. Mein Mutter brauchte einen zuverlässigen Telefonanschluss – und den hat sie jetzt, wenn auch teuer, da das Internet von ihr nicht benötigt wird; dafür wird es von mir benutzt, da ich bei meiner Mutter ein Backup-NAS stehen habe. Zudem wird das Internet von Gästen genutzt.
Verzögerung des Ausbaus – Update 27.08.2026
Ursprünglich wurde von der Telekom der Fertigstellungstermin zum 30.06.2026 angesagt. Mit einer Mail vom 17.05.2026 erhielt ich die Info, dass sich die Fertigstellung verzögert, nämlich auf den 10.12.2026 – also eine Verzögerung von knapp einem halben Jahr.

Ich melde mich dann wieder im Dezember.